der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland

„Die wachsende evangelische Bevölkerung des einst katholischen Dorfes Hochheim bei Erfurt (seit 1838 nach Erfurt eingemeindet) bekam 1883 eine eigene Kirche, welche am 22. November 1883 eingeweiht wurde. Vermutlich durch die Tatsache, dass Hochheim dem preußischen Konsistorium der Provinz Sachsen unterstand, bekam keiner der thüringischen Orgelbauer den Auftrag, eine neue Orgel für diese Kirche zu bauen. Stattdessen wurde dieser der Orgelbauanstalt Ladegast zugesprochen, die noch im Jahr 1883 ein Werk mit 12 Registern auf zwei Manualen und Pedal fertigstellte.(…) Nach Umbauten und Reparaturen 1909, 1924 und 1926 erfolgte im Jahr 1977 ein tiefgreifender Umbau der Orgel, in dessen Ergebnis nur noch ca. 1/3 der ursprünglich über 600 Pfeifen im Originalzustand verblieben. Es erfolgte eine dem Geschmack der Zeit entsprechende Umdisponierung der Orgel mit der Folge des Verlustes der originalen Ladegast-typischen Grundtönigkeit. Die Orgel wurde zudem aus der Nische im Turm auf die vordere Empore umgesetzt und dabei ein Seitengehäuse eingesetzt. Diese Ortsveränderung sollte die Orgel vor Nässeeinwirkung aufgrund eines Risses im Mauerwerk und des damals defekten Turmdaches schützen. Die Orgel war bis etwa 1990 spielbar.“
Aus: Alexander Koschel, Die Ladegast-Orgeln
In den Jahren 2023 bis 2025 wurde die Orgel vollständig abgebaut und von der Orgelbauwerkstatt Jehmlich in Dresden nach originalem Vorbild restauriert und rekonstruiert. Parallel erfolgte die Restaurierung der „Orgelnische“ im Turm. Der Motor der Orgel wurde zudem erneuert und befindet sich jetzt wieder im Kirchturm über der Orgel unterhalb der Glocken. Von dort wird die Orgel mit „Wind“ versorgt. Die originale Disposition der Orgel zeichnet sich durch einen ausgesprochen hochromantischen, grundtönigen, voluminösen, aber auch dynamisch bis zum pianissimo wandlungsfähigen Klang aus.